Blog für die zweite Lebenshälfte

Blog für die zweite Lebenshälfte

Archiv für Juni, 2011

24. Juni 2011
G( )LÜCK(e)!

Ich mache Urlaub mit vielen tollen Büchern im Gepäck und tauche rund um den 11.7. wieder auf. Für diese Blog – freie Zeit dies:

Es könnte wirklich sein, dass Glück und Lücke denselben Wortstamm haben. So steht´s im Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm unter dem Artikel „Glückelchen“. (Quelle, s.u. Lesetipp) Wie sympathisch. Denn sonst, zumindest in unserem heutigen Sprachgebrauch hat Glück ja viel mit Fülle/füllen zu tun. Wie wäre es, wenn das Glück gerade in den Lücken des Lebens zu finden wäre?

Zum Beispiel in:

Gedächtnis(g)lücken
Wissens(g)lücken
Bildungs(g)lücken
Zahn(g)lücken
(G)lückentests
Bau(g)lücken
Zaun(g)lücken
Park(g)lücken

Vielleicht sollten wir doch hier und da ein paar Lücken lassen. Im Alltag, im Urlaub. Einfach, damit das Glück Raum hat.

Mein Lesetipp
Zum Leuchten bringen. Biblische Texte vom Glück, Hg. Luzia Sutter Rehmann u.a., Gütersloher Verlaghaus

21. Juni 2011
Ein Jahr Blog für die zweite Lebenshälfte!

Ein kleines Jubiläum! Am 21.6.2010 startete der Blog für die zweite Lebenshälfte. Inzwischen lesen täglich 30-50 Personen diesen Blog. Ich bin ja zu neugierig wer Sie sind! Im Kommentar können Sie mir einen kleinen Gruß hinterlassen, der nur dann von mir veröffentlicht wird, wenn sie das wollen.

Warum schreibe ich mit wachsender Begeisterung für die zweite Lebenshälfte?

Weil es mir Lust macht, älter zu werden! Ich merke, dass die Beschäftigung mit all all den Themen, die man ja auch als “Problem” und “schwierig” erleben kann,  mir die Schätze zeigt, die ich schon habe und die ich jetzt leben will.

Beispiel Vorbereitung auf den Ruhestand.
(Lachen Sie nicht: mir ist klar, dass ich mit meinen 44 da noch einen langen Weg vor mir habe, aber eben gerade deshalb:)
In unserem Bildungsurlaub geht es neben der Beschäftigung mit den Themen wie Abschied vom Beruf, Wohnen im Alter, Partnerschaft, Engagement für andere und Vorsorge darum, eine Balance im Leben zu finden. Was tue ich für mich, mit anderen und welche Themen gilt es anzugehen. Und diese Balance ist jetzt genauso wichtig, damit ich nicht dermaleinst die letzten Arbeitsjahre vor mir herschiebe und erschöpft in den Ruhestand krieche. Ich entdecke die Werte, die mir wichtig sind und lebe sie jetzt!

Beispiel Vorsorgeregelungen
Ich kann ja schlecht empfehlen, eine Patienten- und Betreuungsverfügung zu machen, ohne es selbst versucht zu haben. Ich gestehe: es war nicht leicht. Aber ich habe entdeckt, welche Menschen mir wirklich wichtig sind und ich habe ein paar wichtige Erkenntnisse über mein Gottesbild entdeckt. Ich bin richtig erleichtert, dass ich alles geregelt habe.

Aber vor allem: Lebenslust!
Ich habe so viele Menschen kennen gelernt, die (zum Teil trotz Einschränkungen) ihr Alter mit Energie und Kreativität gestalten. Das macht Lust älter zu werden.

Darum wird es hier noch viel mehr lebenslustige Artikel geben! Und was beschäftigt Sie? Schreiben sie mir!

18. Juni 2011
Paul Gerhardt – Lieder mit Martin Bartsch

“Geh aus mein Herz und suche Freud!” – wenn Sie dieses Lied aus voller Kehle singen, dann haben sie vielleicht auch Lust, das einmal ein ganzes Wochenende lang zu tun: Lieder von Paul – Gerhardt singen. Wie kein anderer hat er uns einen Lied- und Glaubensschatz hinterlassen, aus dem viele Menschen bis ins hohe Alter zehren.
Darum bieten wir am 22.-24.7.2011 das Wochenende „Geh aus mein Herz und suche Freud- Paul Gerhardt Lieder zum Mitsingen“ mit Kirchenmusikdirektor i.R. Martin Bartsch und Pfarrer Kirchenrat Johann Rüppel an. Herr Bartsch weiß wie man Menschen zum Mitsingen bewegt. Sie haben Lieder und Chorsätze ausgewählt und sie informieren auch über die Hintergründe der Texte und die Kantoren Johann Crüger und Johann Georg Ebeling durch die Paul Gerhardts Lieder erst singbar wurden. Den Abschluss bildet ein Gottesdienst am Sonntag, in dem die Lieder zu Gehör gebracht werden. Der nicht singende „Anhang“ darf gerne mitkommen. Das Wochenende ist der krönende Abschluss des Sommers für die Seele. Auch hier kann Ihr nicht singender „Anhang“ gerne mitkommen und die Zeit in Bad Orb genießen.

Anmeldung bei Frau Runge: 05052-91570; ebz.badorb@ekkw.de
Alle Infos um Wochenende finden Sie hier.

15. Juni 2011
Die Seele singt: Gospel zum Mitsingen am 8.-10.7.2011

Steht auf Ihrer “Was ich auf jeden Fall noch machen will” – Liste “Gospel singen”? Dann kommen Sie doch im Juli zu uns ins ebz. Denn wir beginnen den “Sommer für die Seele” mit der Gospelsängerin Njeri Weth.
Kehle, Atem und Seele sind im Hebräischen (Nefesch) eins. Kein Wunder, dass Singen unserer Seele so gut tut. Spielerisch und zugleich spirituell werden wir mitreißende und zu Herzen gehende zeitgenössische Gospellieder einüben und singen. Die musikalische Leitung hat die Gospelsängerin Njeri Weth, Spangenberg, am Piano spielt Markus Wenz, Witten. Die geistliche Begleitung übernehme ich mit Andachten, Meditationen in der Natur und einem Segensabend.

Gospel ist Glauben singen, den Fragen und den Hoffnungen Töne geben. Und es macht Spaß! Wir laden Männer und Frauen ein, gleich wie alt, ganz gleich, welche Fragen das Leben Ihnen stellt.“ Das Wochenende schließt mit einem Gottesdienst am 10.7. unter dem Titel „Ein Segen“. Dort sollen die Lieder zu Gehör kommen. Der nicht singende „Anhang“ darf gerne mitkommen und die Zeit zum Spazierengehen und Entspannen nutzen. Im Anschluss können Sie gleich beim Sommer für die Seele Urlaub machen.

Njeri Weth, Jg. 1974, ist ausgebildete Opernsängerin. Durch eine Einladung zu einer Gospelchorprobe entdeckte sie den Gospel, schreibt eigene Lieder und entwickelte eine besondere Form des Konzerts, die „Trostkonzerte“. Sie musiziert mit internationalen Gospelgrößen aus den USA und Europa. Njeri Weth ist Kuratorin der Stiftung Himmelsfels und lebt mit ihrer Familie in Nordhessen.

8.-10.7.2011 Feel the Gospel

http://www.njeri.org/

15. Juni 2011
Rückblick: Brüder Grimm Woche im ebz

Dr. Johannes Dirschauer war der Referent unseres Bildungsurlaubs “Die Brüder Grimm am Spessart” in der Serie “Literatur an Ort und Stelle” . Seinen ganz persönlichen Rückblick lesen Sie hier, poetisch, wie die ganze Woche. Im Herbst leitet er unser Seminar ” Sätze der Sehnsucht, Bücherscätze: Literatur und Lebensgeschichte”. Die Teilnehmenden der Brüder Grimm Woche waren sehr begeistert! So lernen Sie ihn schon einmal kennen:

„Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie!
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Heiße Magister, heiße Doktor gar,
Und ziehe schon an die zehen Jahr“

(Goethe)

Ja, so ist das wohl auch bei mir.

Darf ich mich vorstellen?

Auch ich habe vieles und gutes studiert: Psychologie, Germanistik und Religionswissenschaft, bin Diplom-Psychologe und promovierter Religionswissenschaftler. Und weil derartiges nie zu einer festen Anstellung in diesen Zeiten und in diesem Lande führt, so ziehe ich herum durchs Land ein ums andere Mal, schon mehr als „zehe Jahr“. (weiterlesen …)

12. Juni 2011
Tradition – für etwas brennen

“Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.”
(Gustav Mahler (1860-1911, deutscher Komponist)

Wofür brennen Sie?

Ich wünsche Ihnen inspirierende Pfingsten!

8. Juni 2011
Rock´n Roller kennen keine Rente

Mein Kollege Hartmut Wolter war “Hinterm Horizont” unterwegs. Ich wusste gar nicht, dass er ein Udo Lindenberg – Fan ist. Der ist im Mai 65 Jahre alt geworden und hat sich mit seinem Musical „Hinterm Horizont“ erst einmal ein Denkmal gesetzt. Nun sind wir ganz überrascht, dass man von Udo einiges an Anstößen für die zweite Lebenshälfte bekommt… 

Hartmut Wolter schreibt:
Erinnern Sie sich auch an Hut, Sonnenbrille, langer Mantel, Nuschelstimme und deutsche Texte? Wie Ilja Richter in der Disco 72 Udo Lindenberg und das Panikorchester mit  Daumen im Wind angesagt hat? Oder in der Disco 74 mit Andrea Doria? Andere Textstellen, die ich im Ohr habe, sind: keine Panik auf der Titanic, ´ne Rentnerband spielt Dixieland oder später Gitarren statt Knarren und  ich will da mal hin, zu eurem Oberindianer, aber auch  ich lieb dich überhaupt nicht mehr und hinterm Horizont geht’s weiter! Wussten Sie, dass Udo Lindenberg 1983 der erste westdeutscher Rockmusiker war, der im Palast der Republik auftreten durfte, im Rahmen der offiziellen Friedensaktivitäten der DDR? In den 90-ern haben wir kaum etwas von ihm gehört. Schließlich heißt es 2008 auf der CD „Stark wie zwei“ Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur zu selten dazu und der Greis ist heiß; im letzten Stück auf dieser CD besingt er in Der Astronaut muss weiter unglaublich einfühlsam die Endlichkeit! Was für Themen!

Für mich ist sein Musical „Hinterm Horizont“ ist auf jeden Fall mehr als ein Jukebox-Musical, in dem erfolgreiche Hits und Ohrwürmer aneinandergereiht werden. Das Lindenberg-Musical ist eine gelungene Mischung aus lockerer DDR-Geschichtsstunde, dramatischer Liebe, berührenden Gefühlen und großer Rockshow – es ist die Dokumentation eines Lebenswerkes!   

Jetzt ist Udo Lindenberg 65 Jahre alt und sozusagen am Übergang vom Erwerbstätigenalter zum Rentenalter. In der DB-Zeitschrift mobil vom Mai 2011 fand ich das Zitat von ihm  Hinterm Lebenswerk geht´s weiter – Rock´n Roller kennen keine Rente. Da fiel mir das Motto der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit (EAfA) in der EKD wieder ein: Gott schickt nicht in Rente!
 Allen, denen die Suchworte Lindenberg, Panikrocker, Ostalgie und Berlin bedeutsam sind, empfehle ich, in das Musical am Potsdamer Platz zu gehen, dort, wo einst die Mauer stand!   

Und wir müssen glaube ich ein Udo-Seminar planen…

7. Juni 2011
Wir sehen uns beim Pfingst-Kirchentag in Schlüchtern!

Am Pfingstsonntag werden Kirchenmusikdirektor (im aktiven Ruhestand) Martin Bartsch und ich auf dem Roten Sofa des Bergwinkel-Kirchentags im Kloster zu Schlüchtern zum Thema “Die jungen Alten”  interviewt.
Zwischen 13 – 18 Uhr freue ich mich, Sie am Stand direkt neben der Sofa-Bühne zu treffen!

Sie wissen ja: Alt? ich net. Gell, Sie auch net.

Der Kirchentag beginnt am Pfingstsamstag um 18:30 Uhr mit einem Abend der Begegnung. Ein Wochenende voller Musik, Kabarett, Gesprächen, Konzerten und Gottesdiensten.

6. Juni 2011
Ist die Demenz ein Geschenk?

Der gestrige Tatort “Gestern war kein Tag” rund um eine Familie, die mit der Pflege des an Demenz erkrankten Schwiegervaters über ihre Grenzen kommt und die nachfolgende Sendung ” Anne Will” zum Thema der illegalen Pflege, hat sicher auch Sie beschäftigt. Eindrücklich spielte Günter Maria Halmer den an Demenz erkrankten Schwiegervater, immer an der Grenze zwischen “ganz da” und doch “nicht mehr von dieser Welt”. Sein regelmäßiger Spruch ”Passt scho” stand für seinen Willen zur Selbstbestimmung wie für das Überspielen der Unsicherheit, diese Welt doch nicht mehr ganz zu begreifen. Halmer gab zu dieser Rolle ein Interview.

Ein Punkt aus der anschließenden Diskussion bei Anne Will blieb mir besonders hängen, den eine Betroffene, Erika Weber, Jg 1955, gleich zu Beginn einbrachte. Sie pflegt ihren seit 9 Jahren an Demenz erkrankten Mann, einen ehemaligen Realschullehrer. Ihren Mann beschrieb sie als ihren “Schatten”, denn sie (weiterlesen …)

1. Juni 2011
Malen im Ruhestand – Malkurs der Hobbythek Bad Orb

Unter dem Titel “Bilder des Sommers – Gruppenausstellung des Malkurses der Hobbythek Bad Orb unter Leitung von Johannes Tittel” zeigen wir bis zum 10. Juli 2011 die aktuellen Ergebnisse der Hobbymalerinnen und -maler.  Eine muntere Gruppe von 20 Personen, die inzwischen mehr verbindet als nur die Malerei. Inzwischen gibt immer mehr Kurse dieser Art.Warum es sich lohnt, die Kreativität auch im Älterwerden zu entfalten, habe ich gestern in der Eröffnung beschrieben:
Johannes Tittel leitet seit 15 Jahren Malkurse „Malen mit dem Künstler“ und begleitet die Einzelnen in ihrer Entwicklung. Er ist von Beruf Bühnenbildner und lebt mit seiner Frau als freischaffender Maler  in Bad Orb. Er wurde in Zwickau geboren, dort studierte er auch die Malerei. Er ist ein Vertreter der gegenständlichen Kunst, bevorzugt selbst Aquarell- und Öltechniken, die er in seinen Kursen vermittelt. Einige Jahre lang hat er die Bühnenbilder für die Bad Orber Opernakademie geschaffen. Er hat einen Blick für das, was die Einzelnen ausmacht und es ist sein Ziel das jeweils Eigene, die eigene Handschrift in der Malerei zu fördern.

 Eine Gruppe in der zweiten Lebenshälfte
Der Malkurs der Hobbythek Bad Orb, das sind 20 Frauen und Männer, fast alle zwischen 60 bis um die 80 Jahren alt sind. Das ebz unterstützt gerne Herrn Tittels Anliegen, die Ergebnisse hier zu zeigen, fördern wir doch mit unseren Inhalten ein neues Bild vom Älterwerden, in dem wir den Blick weniger auf die Defizite als auf die Potentiale der älter werdenden Menschen richten. Unser Motto ist „Die zweite Lebenshälfte ist bunt und vielfältig.“

Das sehen die Mitglieder der Gruppe, soweit ich das heraushören konnte genauso. Einige haben im Ruhestand mit der Malerei begonnen, andere einen Faden der Kreativität aus jungen Jahren wieder aufgegriffen, manche malen einfach schon immer oder schon lange. Dahinter steckt die Lust, die eigenen Möglichkeiten (weiterlesen …)