Blog für die zweite Lebenshälfte

Blog für die zweite Lebenshälfte

Archiv für September, 2011

26. September 2011
„Blühende Gemeinden in Zeiten des demografischen Wandels –ein Widerspruch?“

Das „Netzwerk Leben im Alter“ in der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN) veranstaltet einen Fachtag mit hochkarätiger Besetzung. Für Kurzentschlossene zur -kostenlosen!-Teilnhame sehr empfohlen!

Ort: Zentrum Verkündigung
Markgrafenstraße 14
69487 Frankfurt
Zeit: Dienstag, 4. Oktober 2011
10.00 bis 16.00 Uhr
Die Teilnahme ist kostenlos. 

Fachtag
Eine Neubestimmung des Alters in Kirche und Diakonie wird durch die gegenwärtigen gesellschaftlichen Veränderungen unausweichlich. Leitbilder mit den Kernelementen Schutz und Fürsorge des Alters stehen in starkem Kontrast zur Vielfalt der Lebenslagen und der Selbstwahrnehmung alternder Menschen. Die alten, auch die Gemeindearbeit prägenden Bilder werden nur zögernd aufgegeben, denn es fehlt an praktischen Beispielen und Vorbildern, wie die kulturelle Deutung des Alters verändert und die jeweilige Gemeinde dazu mobilisiert werden kann.

Das neue Netzwerk „Leben im Alter“ hat zum Ziel, diesen Prozess zu erleichtern und zu befruchten. Ein erstes Signal wird mit dieser Tagung verbunden, zu der wir Interessierte und Verantwortliche – freiwillig Engagierte genauso wie Hauptberufliche – aus Kirchengemeinden, kirchlichen Organisationen, diakonischen Arbeitsfeldern und Initiativen herzlich einladen.

Zunächst erfolgt die grundlegende Reflektion kirchlich-diakonischer Altersbilder und deren Konsequenzen in der praktischen Arbeit sowie ein kritischer Blick in die Praxis. Anschließend bieten zwei Vertreterinnen von Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland (Land und Stadt) konkrete Einblicke in ihre lokalen Veränderungsprozesse.

Sie haben einen erfolgversprechenden Weg beschritten (weiterlesen …)

22. September 2011
Erntedank-Lebensdank: Eine Idee für die Gemeindearbeit

Gastbeitrag meines Kollegen Hartmut Wolter, Pädagogischer Mitarbeiter für kirchliche Arbeit in der zweiten Lebenshälfte
Mir ist aufgefallen, dass sich in manchen Kirchen der Altarschmuck zum Erntedankfest verändert hat – zunehmend finden sich dort auch konservierte Lebensmittel, Nudeln, Pizzakartons, Cerealienkartons usw. neben Kartoffeln, Möhren und dem Kürbis. Wie spiegelt sich unser Leben darin wieder? Was hat die Ernte der Zutaten dieser Lebensmittel mit uns zu tun? Wofür danken wir beim Erntedankfest?
Ich finde, da gibt es viel zu entdecken, wenn wir uns die „Früchte unseres Lebens“ einmal konkret und vielleicht auch etwas „um die Ecke gedacht“ anschauen. Für die Gestaltung eines Angebots in der Gemeinde gibt es dazu einen neuen Beitrag aus der Silberschmiede, der diese Gedanken unter „Erntedank – Lebensdank“ aufgreift. Der Gestaltungsvorschlag stellt eine Variante der Methode „World-Café“ vor, die alle Teilnehmenden einer Gruppe leicht und immer wieder durchmischt miteinander ins Gespräch bringt. Inhaltlich wird auf das Gleichnis vom Sämann (Mk 4, 1-9) eingegangen. Die Ernte ist dort davon abhängig, wie der Boden bereitet war, auf den die Körner fallen: auf den festgetrampelten Weg, die Dornensträucher, die Steine und Felsen im Acker oder den reifen, schwarzen Boden. Eingefahrene Gewohnheiten, Verletzungen, Verhärtungen finden sich – (weiterlesen …)

20. September 2011
Christina Tabbert-Trebing, 54 J.- Ich möchte am Ende meines Lebens sagen können:“ Ja, du hast Spuren hinterlassen.“

Christina Tabbert-Trebing, 54 Jahre, ist Wechseljahreberaterin. Als solche habe ich sie kennengelernt und war von Anfang an beeindruckt, wie viel Energie und Lebensfreude sie in sich trägt und verbreitet. Ihr Beruf ist – anders als in Holland – in Deutschland noch nicht sehr verbreitet. Besonders ist bei Frau Tabbert-Trebing die Solidarität, die sie mitbringt und bei den Frauen untereinander fördert. Die Veränderungen im Wechsel sind auf allen Ebenen spürbar, nicht nur der körperlichen. Das zu sehen und die Prozesse zu unterstützen, kann Frauen das Älterwerden wesentlich leichter machen. Auch dies ein lebenslustvoller Weg, das Älterwerden aus der Tabuzone herauszuholen…

Kurzvorstellung: In Sachsen-Anhalt geboren aufgewachsen, gelernte Erzieherin, in Behinderteneinrichtungen gearbeitet. 1992 nach Hessen gezogen. Zwei erwachsene Kinder. Vor 7 Jahren Weiterbildung zur Wechseljahreberaterin. Seit dem als Seminarleiterin und Referentin zu Frauenthemen mit 7 Vorträgen in Deutschlands Kirchengemeinden unterwegs.

Ihr Lebensmotto?
Wenn jetzt nicht, wann dann? Dankbarkeit als Motor für mein Leben !

Ihr Lebensgefühl -  vielleicht gibt es ein Bild dafür?
Ich bin in meinem Altweibersommer angekommen und freue mich auf die Herbststürme und den goldenen Oktober.

In der zweiten Lebenshälfte geschieht viel in der ganzen Spanne zwischen Abschied und Neubeginn. Was bedeutet Älterwerden für Sie? Verändert sich etwas? Wie gehen Sie damit um?
Das Leben verändert sich auf geistiger, körperlicher und seelischer Ebene.
Ich lasse die Trauer, die diese vielen Abschiede mit sich bringen zu. Denn vor jedem Neubeginn kommt der Trauerprozess.
Umso mehr freue ich mich, wenn ich entdecke, dass sich neue Aspekte in mein Leben integrieren, von denen (weiterlesen …)

15. September 2011
September-Blog – Ein Mann reflektiert sein Älterwerden

Endlich ein ehrlicher Blick aufs Älterwerden aus Männersicht! Enrico Troebst, Mitte 50, schreibt seit Juni im September-Blog darüber wie es ist “wenn man nicht mehr 40 ist”. Und er gibt zu: Älterwerden ist nicht immer toll. Es kirscht an allen Ecken und Enden. Mann wundert sich über potentielle Vorbilder wie Fuchsberger und Mike Jagger. Der Blick in den Spiegel und den Kleiderschrank offenbart unliebsame Veränderungen. Dazu Buchbesprechungen und Filmchen: ein funky tanzender alter Mann, die alten “Blind Boys of Alabama” mit sehr cooler Musik.

Humorvoll, hintergründig – und ein neuer Dialogpartner im Älterwerden- Blogweise und in Echtzeit. Webseite von Enrico Troebst

11. September 2011
Spieglein, Spieglein … – Schneewittchen wird 70

Schneewittchen wird 70. Ich wünschte ich wäre eingeladen zum Fest – ich bin so neugierig, wie eine Granddame der Märchenwelt ihr Älterwerden gestaltet. Wird die Feier groß sein oder feiert sie im ganz kleinen Kreis? Siebzig ist ja heutzutage noch kein Alter. Aber dennoch, die Jahre werden jetzt weniger. Wird sie zu ihrem Alter stehen, oder hat sie sich die weiße Haut straffen lassen? Sind die Haare noch schwarz wie Ebenholz, nimmt sie einen knallroten Lippenstift und findet sich klasse?
Was wird der Spiegel sagen, wer ist heute die Schönste im Land?
Und hat sie aus jungen Jahren etwas mitgebracht, was ihr heute hilft?
Sie hat WG –Erfahrung. Wenn also das Schloss zu groß ist und die Dienerschaft zu teuer, könnte sie in eine Wohngemeinschaft ziehen. Sicher wird sie nen Teufel tun und den anderen den Haushalt führen wie damals. Frau lernt ja dazu. Lieber die Arbeit teilen und mehr Zeit für schöne gemeinsame Unternehmungen rund um Haus Siebenbergen.
Und die Nahtoderfahrung? Hat ihr das den Ausblick auf ihren Tod erleichtert, oder hängt sie dadurch noch mehr am Leben? Oder beides? Vielleicht hat sie weniger Angst, weil sie von der Liebe ihrer Freunde und ihres Mannes getragen wurde. Na ja, durch den wurde sie ja auch zurück ins Leben gestolpert. Aber tun wir das nicht immer wieder?

(Ich freue mich schon auf Mittwoch: unser Tagesseminar „Märchen verstehen“ mit Ulrich und Reinhilde Freund.)

Und wie komme ich auf diese Gedanken? Das Stadttheater Gießen zeigt heute und am 9. Oktober (11 Uhr) das Kinderstück „ Spieglein, Spieglein … „ von Magrit Bischof und Werner Bodinek. Ich wünschte ich könnte das sehen. Und so haben sie es ausgeschrieben: (weiterlesen …)

7. September 2011
Menschen im Portrait: Brigitte Bee, 58 Jahre – „Für mich ist das kreative Schreiben eine Leidenschaft“

Brigitte Bee lernte ich über ihre Mutter kennen, die seit vielen Jahren ins ebz kommt und sozusagen zur Familie gehört. Ich habe sie öfter zu unseren Freizeiten zum kreativen Schreiben eingeladen. Es beeindruckt mich, wie sie in Ruhe und Selbstverständlichkeit  gerade alte Menschen, von denen ich nie gedacht hätte, dass sie ein Schreibwerkzeug in die Hand nehmen, dazu anregt ins Schreiben zu kommen. Es entstanden witzige und anrührende kleine Texte. Was für ein Geschenk für die Schreibenden und für die Gruppe, denn plötzlich wurden ganz andere Gespräche untereinander möglich.

Im Oktober leitet sie bei uns einen Tag, in dem es um das eigene Lebensbuch geht.

Kurzvorstellung
1953 in Langenselbold geboren, als Tochter von Maria und Fritz Elsässer. Der Name Bee ist als  Kürzel  entstanden, in der Zeit, als ich journalistisch gearbeitet habe und ist so zu meinem Künstlernamen geworden.
Ich lebe und arbeite in Frankfurt und zeitweise auch in Bad Orb als freischaffende Schriftstellerin und Kursleiterin für kreatives, meditatives und autobiografisches Schreiben.  Meine Ausbildung zur Diplompädagogin und zur Lehrerin, mit den Fächern Deutsch, Musik und ev. Religion habe ich an der J.W. Goethe-Universität absolviert.
Seit über 30 Jahren schreibe ich Gedichte und veröffentliche Lyrikbände, oder Gedichte und Kurzprosa  in Anthologien und Literaturzeitschriften. Das Dichten ist für mich eine Art Kommunikation mit der Welt und mit der Sprache selbst, Dabei entstehen Worterfindungen, skurrile Sondersprachen, Lautmalerei und Sprachwitz. Oft gibt es eine emotionale Dramaturgie, manchmal aber auch ein Dichten in strengen Formen, wie z.B. Haikus oder Sonette. Thematisch befasse ich mich mit existentiellen Themen, aber immer wieder auch mit der Natur.  Bei Lesungen meiner Gedichte  gibt es oft eine Zusammenarbeit  mit Musikern (Oboe, Didgeridoo, Querflöte, Sopransolo).  Besondere Freude bereitet mir, dass einige Gedichte von Komponisten vertont worden sind, denn Lyrik ist ja vom Ursprung her Gesang. Die spartenübergreifende Arbeit in künstlerischen Projekten ist für mich eine wichtige schöpferische Energie.
Für die Teilnehmer/innen meiner Schreibkurse  organisiere ich 1-2 x jährlich öffentliche Lesungen, die Teilnahme an Internet-Anthologien oder auch mal an Radio-Sendungen und gebe seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit den Kursteilnehmer/innen die Zeitschrift „Projekt Schreibwerkstatt“ heraus.
(weitere Informationen siehe unten:  Biographisches) 

Ihr Lebensmotto
„…und die Welt hebt an zu singen, triffst Du nur das Zauberwort“ nach Joseph von Eichendorff 

Ihr Lebensgefühl/ vielleicht gibt es ein Bild dafür?
Gehen im Sommerwiesental unter einem weiten blauen Himmel und plötzlich beginnen Wörter  sich in meinen Gedanken zu einem Gedicht  zu formen.
Die Freude, (weiterlesen …)