Blog für die zweite Lebenshälfte

Blog für die zweite Lebenshälfte

Archiv für April, 2012

24. April 2012
Seniorentag in Hamburg? Unbedingt hinfahren!

Am 3.5. Mai findet in Hamburg der 10. Deutsche Seniorentag statt.

JETZT NICHT WEITERKLICKEN!

Wer in diesem Blog schon mal vorbeigeschaut hat, wird inzwischen hoffentlich dem Älterwerden etwas entspannter ins Gesicht schauen und das Wort “Seniorentag” nicht gleich in der Kategorie “ich bitte nicht” ablegen. Ich hatte diesbezüglich auf dem 8. Seniorentag mein – sagen wir mal etwas pathetisch -  “Bekehrungserlebnis”. Als Neuling auf dem Gebiet des Älterwerdesn hatte ich mich mutig mit einem Stand auf die dazugehörige Messe (Sennova) gestellt, um unser neues Konzept des ebz vorzustellen. Und nun liefen da ständig diese interessanten Leute vorbei. Ich besuchte die anderen Stände und war begeistert. Überall tolle engagierte, lebendige und knittrig schöne Männer und Frauen. Seitdem “brenne” ich für die Themen der zweiten Lebenshälfte.

Wenn ich Ihnen also etwas empfehlen darf, um sich dem Älterwerden auf vielfältige und inspirierende Weise zu nähern, dann gehen Sie zumindest auf die Sennova. Oder schauen Sie bei den vielen Workshops und Vorträgen herein, die unter der federführung der BAGSO organisiert wurden.

10. April 2012
“Wo gedenke ich denn MEINEN Ruhestand zu erleben?”

Eine Leserin, Ulla K., die so wunderbare Kommentare schreibt (vielen Dank! und ich freue mich über Kommentare auch von Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser!) hat diesen Filmtipp geschickt.

“Und wenn wir alle zusammenziehen?”

Sie schreibt:

WO gedenke ich denn MEINEN Ruhestand zu erleben?

Wenn fünf gute Freunde beschließen, gemeinsam in ein Haus zu ziehen und fortan als Wohngemeinschaft zusammen zu leben, ist das erst einmal nichts Besonderes. Wenn alle fünf schon über 70 sind, dann liegt die Sache schon ganz anders…

Fünf enge Freunde, fünf Charaktere, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Claude (Claude Rich): der ewige Liebhaber. Annie (Geraldine Chaplin) und Jean (Guy Bedos): Er immer noch politischer Aktivist, sie bürgerlich und angepasst. Und Jeanne (Jane Fonda) und Albert (Pierre Richard): die Feministin und der Bonvivant. Fünf lebenslange Freundschaften, fünf Probleme mit dem Älterwerden.

Erste Krankheiten, Probleme mit Enkelkindern und Versicherungen, nachlassende Libido und Vergesslichkeit müssen in den Griff bekommen werden. Da liegt die Lösung auf der Hand: Ein gemeinsames Haus. Schon allein um den Kindern zu beweisen, dass man noch lange nicht bereit ist, die Selbständigkeit aufzugeben. Um das Leben in der Wohngemeinschaft leichter zu gestalten, heuert Jeanne den jungen Studenten Dirk (Daniel Brühl) an, der gemeinsam mit ihnen in Annies und Jeans Haus einzieht.

Da stellt sich mir die Frage:

WO gedenke ich denn MEINEN Ruhestand zu erleben?

Ist ein Mehrgenerationenhaus für mich eine Alternative zum Allein leben?

Diese Frage wurde für einige Teilnehmende aus unserem Bildungsurlaub “Vorbereitung auf den Ruhestand” zum drängenden Thema. Vor allem die Alleinstehenden stell(t)en sich genau diese Fragen:

9. April 2012
Großeltern mit Garten- und Weltverantwortung

Ich bin gerade so richtig in Fahrt mit meinem Balkon. Da duftet uns sprießt es nun. Nachts wird gelesen “Guerillia Gardening” heißt das Buch. An Ostern habe ich Samenkugeln verschenkt. Zu fünft – 3 Erstklässlerinnen, 2 Erwachsene – haben wir an die 300 Kugeln aus Ton, Erde und Sommerblumensamen gedreht und nun werden die heimlich oder offiziell in privaten und öffentlichen Blumenkübeln, hässlichen Gartenecken und am Wegesrand in die Erde gesteckt. Was für ein Bild der Fülle! Inmitten dieser Aktionen schrieb ich dies:

Die Harke und der Rechen werden hervorgeholt, dem Kind das Eimerchen in die Hand gedrückt: mit Oma und Opa geht´s jetzt in den Garten. Die Erde muss vorbereitet werden. Im Haus sprießen schon die ersten Tomatenpflänzchen. In ein paar Wochen werden sie umgetopft. Auch da wird das Enkelchen dabei sein. Mit Enthusiasmus!

Jeder Oma und jedem Opa sei Dank, die mit den eigenen oder geliehenen Enkelkindern in den Garten gehen. Besser kann (weiterlesen …)

7. April 2012
Etwas Neues säen – die Erfahrung mitnehmen

Vor dir
Grab und Tod
hinter dir
Christus der Gärtner
WENDE
dich um
und
SCHAUE

damit
du siehst
was vor dir liegt
und
zurücklassen kannst
Vergangenes

SAME
Für Künftiges

(Elisabeth Melzer-Geißler aus, FrauenKirchenKalender 2004, S. 70)

In einer Streichholzschachtel hatte sie die Samen der Trichterwinde von ihrem Balkon mitgenommen. Sie war aus einer langjährigen Beziehung ausgezogen, aus einem Leben, das so nicht mehr gut für sie gewesen war. Nach einem Jahr und vielen großen Veränderungen, zieht die 49-Jährige nun die Samen für den neuen Balkon vor. Sie freut sich auf die violetten und blauen Blüten, die ohne Unterlass bis in den Herbst hinein blühen werden. Sie wird es wagen, das Gute aus ihrer alten Partnerschaft für sich anzunehmen und das Neue zu genießen.

Das Gedicht von Elisabeth Melzer-Geißler und die Begegnung mit der 49-Jährigen packen mich. Wenn etwas stirbt oder jemand, hat man doch das Gefühl, ALLES ist aus, weg, vorbei.
Und dieses Gefühl bleibt in der Regel länger als drei Tage. Erst nach und nach ackert und wühlt man sich durch die Trümmer, räumt auf und aus, schiebt Möbel (weiterlesen …)

4. April 2012
Zum Tag der älteren Generation

Heute ist der “Tag der älteren Generation”, der immer am ersten Mittwoch im April begangen wird.

Dazu schreibt heute die BAGSO in ihrer Pressemitteilung:

“Ältere Menschen sind ein unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft!
Sie haben vergleichsweise viele Kinder großgezogen. Als Großeltern entlasten sie diese Kinder nun, indem sie sich um die Enkel kümmern. Wird der Partner pflegebedürftig, übernehmen sie die Betreuung zu Hause, häufig über mehrere Jahre hinweg. Etwa ein Drittel der älteren Menschen engagiert sich zudem über den familiären Bereich hinaus freiwillig, ob als Grüne Dame im Krankenhaus, als Übungsleiterin im Turnverein, als Schul- oder Ausbildungspate oder indem sie pflegende Angehörige an ein oder zwei Nachmittagen in der Woche entlasten.
„Das große Engagement älterer Menschen ist mit Geld nicht zu begleichen, wohl aber mit Wertschätzung. Dazu sollte der Tag der älteren Generation, der seit 1968 an jedem ersten Mittwoch im April begangen wird, Anlass geben“, so die Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, die frühere Bundesfamilienministerin Prof. Dr. Ursula Lehr.
Sichtbar wird das vielfältige Engagement auch beim 10. Deutschen Seniorentag, der am 3. Mai von Bundespräsident Joachim Gauck im Congress Center Hamburg eröffnet wird, und unter dem Motto „JA zum Alter!“ steht. Weitere Informationen unter www.deutscher-seniorentag.de.
Über die BAGSO
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. – kurz BAGSO – ist der Dachverband von 110 Verbänden mit rund 13 Millionen Mitgliedern und vertritt deren Interessen gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
www.bagso.de

3. April 2012
Auf keinen Fall leiden

Die alte Frau sitzt auf ihrem Lieblingsplatz. Ihre Welt ist auf ein Wohnzimmer zusammengeschrumpft. Der braune Kordsessel, der dunkelbraune Beistelltisch mit den gedrechselten Füßen, der Wandschrank aus den 1970ern, ein paar Alpenveilchen auf dem Fensterbrett. Sie kann kaum noch Laufen, schläft viel, isst wenig.
Und hier ist die Preisfrage: ist das nun schlimm oder nicht?

“Hauptsache ich bleibe gesund, dann ist alles wunderbar!”, sagt nicht nur eine mir bekannte aktive Frau im Ruhestand.
“Wenn ich dann mal nicht mehr so kann, dann weiß ich nicht, ob ich so leben will.” ist der Kontrapunkt, den ein Mann Anfang 60 setzte.

Was ist das nur, diese Angst davor krank oder eingeschränkt zu sein? Vorneweg: ich habe kaum persönliche Erfahrungen damit, körperliche Einschränkungen zu haben. Aber ich habe viele Menschen befragt, beobachtet, bewundert – und habe ein bisschen über Resilienz gelesen – die Fähigkeit, mit schwierigen Situationen umzugehen. Ich versuche, diesen Wunsch, auf keinen Fall leiden zu wollen, auf verschiedene Weise einzukreisen. Wenn das hier unrund rüberkommt, dann ist das sozusagen Programm. Ich habe (weiterlesen …)