Wie schon lange nicht mehr habe ich mich in dieses Buch hineinziehen lassen. Der 89-jährige ehemalige Star der Kirchentage Jörg Zink schreibt sein zweites Buch über das Älterwerden. Mit 66 hatte er zuletzt darüber geschrieben. Jörg Zink ist evangelischer Theologe und Publizist. In meinem Bücherregal stehen seine “Klassiker” über das Beten. Er hat zusammen mit Hans Jürgen Hufeisen wunderschöne Liturgien für Leib und Seele entworfen. Was weiß er über das Altsein? Ich will es unbedingt wissen.
Zwischen Tag und Traum, morgens um vier Uhr setzt er sich wieder an den Schreibtisch, die stillste Tageszeit, bevor die Vögel zwitschern und der Tagesrhythmus den Geräuschpegel hochsteuert. In “Die Stille der Zeit. Gedanken zum Älterwerden” lässt er uns Anteil haben an seinen Erfahrungen des durchaus mühevollen Altwerdens und seinen spirituellen Wegen auf den späten Spuren seiner Lebenszeit. Er bleibt dabei der der Welt in Verantwortung zugewandte Mensch, als den ich ihn in den 80ern schätzen lernte. Dabei fühlt sich das Lesen immer wieder wie eine Traumzeit an. Der Stil wechselt zwischen Poesie und Prosa, zwischen Belehrung und Fragen.
In eineinander verschlungen sind diese Themen: (weiterlesen …)
Archiv für Juni, 2012
26. Juni 2012
Buchbesprechung: Jörg Zink, 89J., Die Stille der Zeit. Gedanken zum Älterwerden
25. Juni 2012
Alte? Niemals unterschätzen!
Der “Because Chor” aus Köln-Nippes, Durchschnittsalter 40/45, sang Pop-Songs von Madonna, Jan Delay und Adele. Mir fiel im Publikum eine Reihe älterer Frauen auf. Eine davon besonders: hellbraune klassische Altersdauerwelle, goldene Kette, oranges Halstuch über oranger Bluse. Vielleicht war sie um die 70 Jahre alt. Aber das kann man ja heutzutage nicht mehr sagen. Sie wippte mit Abstand von allen BesucherInnen am meisten mit Kopf und Fuß zu den Rhythmen.
“Unterschätze nie alte Leute”, schoss es mir durch den Kopf. “Und lass dich von deinem Alter an nichts hindern!”, denke ich heute weiter. Ganz gleich was die Leute denken, wenn die Lebenslust mit dir durchbrennen will, dann tu´s, egal wie alt du bist!
Im Umgang mit alten Menschen schleicht sich immer mal wieder so ein betulicher Ton ein. Ich kenne das von mir auch – ertappe mich meist und frage mich: “Willst du, dass die Leute später so mit dir reden?” Sozusagen die goldene Regel im Altersalltag. Ich bin mir ziemlich sicher, dass alte Menschen viel lieber erzählen und über Themen reden, als die beschaulichen oder lustigen Texte und Gedichte nur zu hören, die wir ihnen in Seniorennachmittagen vorsetzen. Ich liebe diese Geschichten auch. Vor allem lustige und tiefgründige Gedichte. Wenn ich also meine goldene Regel anwende, dann will ich allen Hörenden Gelegenheit geben, sich tiefer mit den Texten zu befassen und ihre Gedanken darüber mit anderen zu teilen.
Mich bereichert immer, was ich bei solchem Gedankenaustausch von den Alten erfahre.
Ach ja, die Frauenriege im Konzert waren Mitglieder eines Alten-Chores des argentinischen Chorleiters Mariano Galussio, der da vorne so unglaublich lebendig und fröhlich durch die selbst arrangierten Lieder führte! Da würde ich auch gerne mitsingen…
20. Juni 2012
Neue ebz Webseite ist online!
Endlich können Sie sehen, was mich in den letzten Monaten vom Bloggen abgehalten hat: unsere neue Webseite ist online! Schauen Sie mal vorbei wenn Sie
- Material für Ihre Arbeit mit Gruppen in der zweiten Lebenshälfte suchen
- unser Seminar- und Fortbildungsangebot näher kennen lernen möchten
- ein schönes Haus für eine Gruppenfreizeit oder ein Seminar suchen
- mit Freundinnen verreisen, wandern, in der Therme entspannen und sich in gute (Massage-)hände begeben möchten
Danke an Jens Breitbarth von medio! (im Bild), der uns mit großer Geduld und Kompetenz begleitet, Annja Weinberger, die uns bei der Strukturierung unterstützt hat und viele Texte für uns schrieb und Andrea Leitold von wunderbar-design, die dem Ganzen das neue Gesicht gab.
Schauen sie mal vorbei und empfehlen Sie uns weiter!
Mit mir auf dem Foto: mein Kollege Hartmut Wolter (vorn) und Jens Breitbarth von medio!.
10. Juni 2012
Clubtreffen: für alle die Schiss haben, sich über das Sterben zu unterhalten
Immer wenn ich mir Gedanken über das Sterben mache – mein Sterben, gibt es diesen Moment, in dem ich denke: “Das ist wahrscheinlich das Letzte was ich schreibe. Wie seltsam, jemand wird in meinem Nachlass dieses Tagebuch finden und denken: ´Ah, sie hat es geahnt…´ Tja und morgen kommt dann der Tod.”
Wie patheeeeetisch! Ich bin mir aber erst gestern auf die Schliche gekommen. Im Grunde ist das ja ein magisches Verständnis seiner selbst: ich schreibe oder rede über den Tod und schon hat er mich. Geben Sie es zu: Sie kennen das auch. Deshalb will ja kaum jemand drüber reden. Willkommen im Club der pathetischen PseudomagierInnen “Moment – oh! – mor-i”.
Aber wissen Sie was? Ich lebe immer noch.
Ich lese gerade das neue Buch des 89 - jährigen Jörg Zink “Gedanken über das Älterwerden” (darüber demnächst mehr). Seine Gedanken zum Sterben regten mich zu meinen folgenden Gedanken an, die mich irgendwie selig machten: (weiterlesen …)
7. Juni 2012
Leben am Limit – Hearing zu Burnout am 19. Juni in Kassel
Müde, erschöpft, ausgebrannt - man hört es immer öfter. Für viele Männer und Frauen am Beginn der zweiten Lebenshälfte wird der Burnout zum Wendepunkt in einem Leben, an dem sie ihre Werte überprufen. Denn: wer ständig gegen seine Werte lebt, brennt aus.
Mein Kollege aus der Männerarbeit Stefan Sigel-Schönig und weitere Kollegen haben ein Projekt zum Thema Burnout gestartet. Es beginnt mit einem Hearing am 19. Juni 2012 13.30 bis 19.00 Uhr im Blauen Café in Kassel.
Hier die Infos
Höher, schneller, weiter! Nach diesen Prinzipien entwickelt sich derzeit unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem. (weiterlesen …)
2. Juni 2012
Wenn Sie mit Ihren Wünschen zum Ruhestand richtig daneben liegen möchten
Ihr Kollege, Ihre Kollegin geht in den Ruhestand. “Was schreibe ich ihr/ihm”, fragen Sie sich. Ich habe für Sie ein paar Beispiele gesammelt, wie Sie es auf KEINEN FALL machen sollten. Und dazu noch ein paar Anregungen, wie es gehen könnte – sogar, wenn der Ruheständler in spe und Sie es nicht so gut miteinander hatten.
Die schlimmsten Sprüche
Im Internet findet man ja alles. Auch die richtig schlimmen Sachen wie zum Beispiel dies:
Du hast geschuftet und geschafft,
hast gegeben Deine Kraft,
nun können Andere Deinen Job tun,
Du gedenkst erstmal zu ruhen.
Jetzt kannst Du den Tag vertrödeln,
nicht mehr in der Firma rödeln.
Beim Frühstücken kannst Du (weiterlesen …)

