Blog für die zweite Lebenshälfte

Blog für die zweite Lebenshälfte

Archiv - "Freiwilliges Engagement"

13. März 2013
MachBar: Kreativität + Generationen + Upcycling

Up – was? Heute wird nicht mehr nur weggeworfen. Inzwischen gibt es kreative Menschen, die aus alten Möbeln, Haushaltsgegenständen und Müll, wie zum Beispiel Plastikflaschen oder Fahrradschläuchen schöne neue Dinge herstellen. Vasen, Häuser, Handtaschen, witzige Möbel. Das nennt man – in Anlehnung an das Wort Recycling – Upcycling. Eine dieser kreativen Menschen ist die Jugenddiakonin Sandra Bohlken, die ich über mein Engagement bei Playing Arts kennengelernt habe. Sie hat soeben ein einjähriges Projekt gestartet: die MachBar, in der Kinder, Jugendliche und Erwachsene sich gemeinsam kreativ dem Müll unserer Gesellschaft widmen. Wenn man es “auf der Metaebene” betrachtet verbinden sich hier Umwelt – Bildung, Generationenarbeit und Kreativitätsförderung. Wenn man sich die Bilder anschaut: das macht riesig Spaß und ich würde da auch sofort hingehen, wenn es nicht so weit weg in Berne wäre. Wunderbar auch dieses: bei der Eröffnung wurde den Männern, die den Laden mit hergerichtet haben und wohl auch bei den Kreativprojekten handwerklich mit einsteigen (und mindestens, wenn nicht sehr in der zweiten Lebenshälfte sind) ein BuntesVerdienstkreuz überreicht. Na bitte. So geht WERT-Schätzen!

Machbar ist jetzt auch bei Facebook http://www.facebook.com/MACHbar.Berne

Hier gibt´s den Film über die Eröffnung des Projekts:
http://www.video.schaufenster-kirche.de/-filme/2013/macher/macher.html

Und was ist Playing Arts? Bitte hier lang: www.playing-arts.de

 

4. März 2013
Ein gutes Leben – Essen, Trinken, Schnippeldisko

Ich weiß jetzt, warum ich das letzte halbe Jahr erstaunlich gut überstanden habe. Je schwieriger die Woche wurde, desto mehr habe ich gekocht. Suppen aus dem Kochbuch „Suppenglück“ von Sonja Riker, Eigenkreationen aus der Biokiste plus Liegengebliebenes im Kühlschrank, Asiatisches per Telefoncoaching durch einen Freund und eine selbstkreierte zornige Salsa. Es geht nichts über schnippeln, hacken, rühren, schmecken wenn der Tag richtig schlimm war. Oder schön. Und dann bei der Nachbarin klingeln: Essen ist fertig!
Als wir im ebz so richtig dick in der Krise waren, habe ich Kokosreis für das ganze Personal gekocht: Klebreis aus dem Asialaden über Nacht in Wasser einweichen, in einem Bastkorb über Wasserdampf garen, dann im Topf Kokosmilch einrühren, bisschen Ahornsirup, frisches Obst. Ein Geschmack zwischen fremd und vertraut, eine Konsistenz zwischen Trost und Mut. Wir haben uns alle um den runden Tisch in der Atelierküche gequetscht, den Bauch und die Seele gewärmt und geredet. So ging auch dieser Tag vorüber mit Kraft für den nächsten.
Wenn wir es mal auf das Wesentliche reduzieren, dann brauchen wir für ein gutes Leben Essen, Trinken, (ja, auch Schlaf) und (weiterlesen …)

26. November 2012
Mit 70 ist Schluss (im Kirchenvorstand) – wie lange noch?

Auf der kurhessischen Synode, die in dieser Woche tagt, wird ein Kirchenkreis (wieder einmal) die Heraufsetzung der Altersgrenze für die Wählbarkeit in den Kirchenvorstand beantragen.

Diesmal können wir die brandneue Stellungnahme der EAfA (Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit) “Altersgrenzen in der Kirche” zu Rate ziehen.

Sie hinterfragt die Altersbilder: gehören Sie, liebe Leserin, lieber Leser, mit 70 schon aufs Abstellgleis? Ich kenne genügend Menschen, die um dieses Alter herum noch mal durchstarten und ihre Kompetenzen einbringen.

Sie hinterfragt auch unsere Kommunikationskultur: je diverser eine Gruppe, desto kreativer und innovativer die Ergebnisse. Trauen wir uns an die Unterschiedlichkeit heran?

Und schließtlich stößt sie an, über eine Kultur des Abschlusses zu etablieren: wenn Haupt- und Ehrenamtliche auf Augenhöhe zusammenarbeiten kann es möglich werden, das Ende eines Engagements ins Auge zu fassen und zu gestalten.

 

15. November 2012
Grabpatenschaften für denkmalgeschützte Gräber

Beim Stöbern in den Videoclips der Ard Themenwoche “Leben mit dem Tod” fand ich dies:

Wünschen Sie sich eine kostenlose Beerdigung in einem monumentalen Grab? Dann werden Sie Grabpate wie Dieter Georg auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. Einen kurzen Fernsehbeitrag finden Sie hier.

20. September 2012
BAGSO Fachtagung und Infowoche: Internet ohne (Alters-)Grenzen

Auch wenn die Älteren im Bereich der Internetnutzung die am stärksten wachsende Gruppe sind, so sind es doch insgesamt noch nicht so viele. Aber SIE gehören dazu! Und wenn Sie vielleicht auch noch ein/e sogenannte Multiplikator/in sind, möchte ich Ihnen die Fachtagung der BAGSO (Die Lobby der Älteren!) ans Herzlegen.

Denn es wird Zeit, das Internet  als ein zusätzliches soziales Netz zu verstehen und nutzen zu lernen.

Ein paar Beispiele aus meiner Praxis:

  • Ich gehe kaum noch einkaufen, denn ich habe eine Gemüsekistenabo, das ich per Telefon oder per Internet verändern und ergänzen kann. Da habe ich Zeit und auch Geld gespart, denn ich kaufe nicht mehr so viel Zeug nach dem Motto” ach, das sieht aber nett/lecker/interessant aus, das nehm ich auch noch mit”.
  • Weil ich abends nicht so gut weg kann und meine FreundInnen auch in ganz Deutschland verstreut leben, treffe ich mich bei Facebook mit den Leuten, die das gleiche Interesse teilen. Ich habe mir einen anderen Namen ausgedacht und man kann öffentliche und geheime Gruppen gründen. So fühle ich mich verbunden. Natürlich treffen wir uns auch manchmal “in echt”. Und das brauche ich auch.
  • Von Bekannten bekam ich erzählt: die Enkelin ist jetzt im Schüleraustausch in den USA. Nun skypen sie mit ihr – also eine Art Videokonferenz per Bildschirm. Sie strahlten, als sie das erzählten.
  • Wenn der Doktor sich mal wieder unverständlich ausgedrückt hat, schaut man im Internet nach. Aha! Da gibt es sogar Unterstützung von selbst Betroffenen und man fühlt sich gleich nicht mehr so allein mit dem Problem.

Das sind nur wenige Beispiele, wie man sich bei eingeschränkter  Mobilität mit virtuellen Netzen wieder verbunden fühlen und es auch sein kann.

Computerkurse für SeniorInnen sind “der Renner” und das ist auch gut so!

Also: ab nach Bonn oder ab ins Netz!

Flyer zur Fachtagung “Internet ohne Altersgrenzen”

Themen: Videokonferenzen per Internet/ Soziale Netzwerke – ein neuer Kommunikationsweg für ältere Menschen und ihre Verbände?/ Zugang erleichtern: Von E-Learning über Tablet-PC bis hin zu service und Begleitung/ Online Einzelhandel/ Hilfreiche Gesundheitsinformationen im Net/u.v.m.

29.10.-4.11.: Die BAGSO Internet-Woche “Wir zeigen es euch”

9. April 2012
Großeltern mit Garten- und Weltverantwortung

Ich bin gerade so richtig in Fahrt mit meinem Balkon. Da duftet uns sprießt es nun. Nachts wird gelesen “Guerillia Gardening” heißt das Buch. An Ostern habe ich Samenkugeln verschenkt. Zu fünft – 3 Erstklässlerinnen, 2 Erwachsene – haben wir an die 300 Kugeln aus Ton, Erde und Sommerblumensamen gedreht und nun werden die heimlich oder offiziell in privaten und öffentlichen Blumenkübeln, hässlichen Gartenecken und am Wegesrand in die Erde gesteckt. Was für ein Bild der Fülle! Inmitten dieser Aktionen schrieb ich dies:

Die Harke und der Rechen werden hervorgeholt, dem Kind das Eimerchen in die Hand gedrückt: mit Oma und Opa geht´s jetzt in den Garten. Die Erde muss vorbereitet werden. Im Haus sprießen schon die ersten Tomatenpflänzchen. In ein paar Wochen werden sie umgetopft. Auch da wird das Enkelchen dabei sein. Mit Enthusiasmus!

Jeder Oma und jedem Opa sei Dank, die mit den eigenen oder geliehenen Enkelkindern in den Garten gehen. Besser kann (weiterlesen …)

27. Oktober 2011
Alte Liebe? – Neue Mütze!

Endlich ist es kalt! Seit unserem Tag der offenen Tür im März lag diese Mütze hier liebevoll eingepackt in ihrer Schachtel. Wird Zeit, dass ich der Dame meines Herzens das Kärtchen schicke, das dabei liegt. Sie hat nämlich dieses Exemplar gestrickt. Adele ist Mitglied des Projekts “Alte Liebe” in Kassel.
Zwei junge Designstudentinnen entwerfen Kopfbedeckungsdesigns und eine handvoll alter Damen aus den Seniorenwohnanlagen am Lindenberg und am Fasanenhof in Kassel häkelt die Modelle dann liebevoll und professionell. Der Erlös wird in gemeinsame Ausflüge gesteckt. Klasse! Falls Sie noch ein Geschenk für Enkel oder Tochter/Sohn brauchen? Bei Surfern sehr beliebt! Oder wie ich selber tragen: das bringt warme Ohren und viele nette Bekanntschaften. “Was tragen Sie denn da für eine tolle Mütze?” Ab Mitte November läuft der Online-Shop.
http://www.altelie.be/

30. August 2011
Menschen im Portrait: Märchen-Glück – Reinhilde (51 J.) und Ulrich Freund (75 J.)

Reinhilde Freund, 51 Jahre, ist Erzieherin und Märchenerzählerin. Sie ist in zweiter Ehe verheiratet mit Ulrich Freund, 75 Jahre, Dipl.Soz.Päd.und Psychotherapeut, Referent der Europäischen Märchengesellschaft. Beide erzählen auf faszinierende Art Märchen, ganz unterschiedlich, und so, dass man Lust bekommt mehr zu hören und selbst zu erzählen. In unserer letztjährigen Weihnachtswerkstatt gelang es ihnen Alt und Jung für Märchen zu begeistern und wir alle hhörten andächtig zu als Großvater, Mutter und Enkel-Kind Märchen erzählten. Sie verfühen über ein tiefes lebensnahes Wissen über Märchen und geben dieses Wissen mit großer HIngabe weiter.  Am 14. September können Sie sie bei unserem Tagesseminar “Märchen verstehen” erleben, und das “Märchen erzählen” lernen Sie am  5. Oktober.

Kontakt: reinhilde.freund@online.de

Kontakt Ulrich Freund: jederzeit,am besten über Fax:06052/82846

Ihr Lebensmotto
Reinhilde Freund
Es gibt keinen Weg zum Glück.Glücklichsein ist der Weg.(Buddha)

Ulrich Freund
Meine Lebenszeit hat Grenzen.

Ihr Lebensgefühl/ vielleicht gibt es ein Bild dafür?
U.F.: Der Sensenmann
R.F: Die Sterntaler

In der zweiten Lebenshälfte geschieht viel in der ganzen Spanne zwischen Abschied und Neubeginn. Was bedeutet Älterwerden für Sie? Verändert sich etwas? Wie gehen Sie damit um?
Reinhilde Freund
Mich jeden Tag darin zu üben Vergangenes loszulassen,das Unvermeidbare anzunehmen und dabei nicht zu hadern, sondern milde zu sein. Gerade auch mit mir selbst..

Ulrich Freund
Wenn Sie anfangen,eine unfreundliche alte Hexe zu werden, wird das Leben schwierig.“

Haben Sie ein Vorbild für Ihr Älterwerden? (weiterlesen …)

18. August 2011
Freiwillige Seniorenbegleiter/innen gesucht! – Kostenlose Fortbildung im ebz für Altkreis Gelnhausen

 Sie hätten Lust, ein klein wenig Ihrer Zeit einem alten Menschen zu schenken? Sie würden sich aber gerne sicherer fühlen im Umgang mit Älteren? Dann ist vielleicht unsere Qualifizierung, die wir hier im ebz ab September anbieten, genau das richtige für Sie! Unter dem Motto „Gemeinsam mit anderen für andere“ können sich Männer und Frauen aus dem Altkreis Gelnhausen, Rodenbach und Langenselbold kostenlos zum/zur „Freiwilligen Seniorenbegleiter/in“ fortbilden lassen.

Bei der freiwilligen Arbeit geht es nicht um pflegerische Tätigkeiten. Vielmehr soll durch die Seniorenbegleitung die Situation älterer Mitbürger durch regelmäßige Kontakte, persönliche Zuwendung und Nähe verbessert werden. Das kann sehr unterschiedlich aussehen: vom Vorlesen, Zuhören oder Spazieren gehen bis hin zu praktischen Hilfen wie Tipps für die Benutzung eines Computers oder die Unterstützung bei einem Behördengang.
Im Kurs geht es ganz praxisnah um Gesprächsführung, rechtliche und soziale Grundlagen, Gesundheit, Tagesgestaltung, Spiritualität und Einblicke in die regionalen Altenhilfestrukturen.  Besonders hilfreich fanden die Teilnehmenden früherer Qualifizierungen den Austausch, der auch nach Beendigung des Kurses weiter geführt wird.  Sie alle sagten, dass sie sich nun sicherer fühlten und vor allem selbst weniger Angst vor dem Älterwerden haben.

Interessierte sind zu einer Infoveranstaltung am 1. September um 16 Uhr im ebz eingeladen.

Der Kurs findet in der Zeit vom 29.9. bis 8.12. immer donnerstags in der Zeit von 16:00 – 18:30 Uhr statt sowie an zwei Samstagen (9:30 – 16:00 Uhr). Ute Schenk-Fischer  begleitet während und nach dem Kurs die Freiwilligen und schult sie zusammen mit erfahrenen Fachleuten. Anschließend erfolgen Hospitationen in verschiedenen Feldern der Altenarbeit.

Kontakt
Information und Anmeldung bei der Kursleiterin Ute Schenk-Fischer im ebz Bad Orb. Tel: 06051-16931.

Ort: ebz, Würzburger Straße 13, Bad Orb

12. August 2011
„Ein Tag ist wie der andere hier, glauben Sie mir!“ – Wirklich?

„Von Bewohnern für Bewohner“: Kleine Erlebnisgeschichten gegen die Eintönigkeit im Altenheim
Wolf Lange (s. Portrait in diesem Blog) hat sich in seinem Ruhestand vorgenommen, statt wie bisher mit jungen nun mit alten Menschen zu arbeiten. Er begann zunächst mit der Begleitung einer Frau. Inzwischen hat er ein Leseprojekt im Altenheim entwickelt, das sogar EU – Kreise zieht. Seine Erlebnisgeschichten sind eine neue Entwicklung in seiner Begegnung mit den alten Menschen im Altenheim. Mich beeindruckt zweierlei: sein selbstorganisiertes freiwilliges Engagement, das sich durch sein aufmerksames Miteinander mit den BewohnerInnen ständig weiterentwickelt. Und bei den Geschichten wird diese Achtsamkeit deutlich, die das Besondere im Alltäglichen für uns und für die BewohnerInnen sichtbar macht. Ein echter Schatz.

Wolf Lange schreibt:

Vorbemerkung
Als ich im Mai 2008 ins Seniorenzentrum Gründau kam und meine ehrenamtliche Tätigkeit mit der Betreuung einer 97jährigen Frau begann, sagte eine der anderen Bewohnerinnen damals zu mir: „Ein Tag ist hier wie der andere – glauben Sie mir!“ Inzwischen habe ich diesen Satz von vielen Bewohnern gehört, aber ich weiß auch, dass er nicht für jeden Tag gilt und nicht für jeden Menschen. Anders gesagt: Wer nur mit diesem Satz über seine Zeit hier im Heim spricht, läuft Gefahr, wirklich nichts anderes mehr zu erleben als das Immergleiche; er gibt sich selbst möglicherweise keine Chance mehr, etwas Schönes, Überraschendes, Berührendes zu erleben. Ich glaube, Sie verstehen, was ich meine; deshalb habe ich auch die folgenden
Erlebnisgeschichten aufgeschrieben. Einige handeln von der Trauer über das Sterben von vertrauten Mitbewohnerinnen oder über kleine Fortschritte in der Beweglichkeit der eigenen Beine und Hände oder über die Vorfreude auf einen Besuch, aber auch über die bittere Enttäuschung bei ausgebliebenen,  ersehnten Besuchen. Die Erfahrung mit Besuchen und Besuchern ist überhaupt das wichtigste Thema dieser Berichte. Jedes der beschriebenen Erlebnisse ist einmalig, genau wie der Mensch, von dem es berichtet und genau so einmalig wie der Tag des Geschehens – der gestrige, wie der heutige und der morgige, eben wie jeder Tag.

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