Blog für die zweite Lebenshälfte

Blog für die zweite Lebenshälfte

Archiv - "Portraits"

31. Mai 2012
Im Portrait: Ursula Keleschovsky, 53 Jahre, Geschichten als Leidenschaft

Frau Keleschovsky, lebenslustig und strahlend, habe ich zunächst hier über den Blog wahrgenommen und später in einem unserer Biografieseminare kennengelernt. Inzwischen bloggt sie selbst rund um ihre Leidenschaft: das Geschichtenerzählen.

Sie ist Märchenerzählerin – auch für Menschen mit Demenz – und gibt Workshops, um dies zu erlernen. Sie wurde 1959 in einem unterfränkischen Dorf geboren, war verheiratet und ist Mutter zweier erwachsener Söhne. Ihre berufliche Reise begann mit der Ausbildung und Tätigkeit als Krankenschwester, überwiegend in der Hauskrankenpflege, später dann auch in einer Seniorentagesstätte zur Beschäftigung und Betreuung von Menschen mit Demenz.
Später kamen dann Weiterbildungsseminare zur Märchenerzählerin hinzu.
Seit 2010 ist sie in BU-Rente und freiberuflich tätig.

Ihr Lebensmotto
Möglichst heiter ein Stück weiter auf der Lebensleiter

Ihr Lebensgefühl/ vielleicht gibt es ein Bild dafür?
Sommernachtstraum und Indianersommer

Sie sind Märchenerzählerin für Jung und Alt, auch für Menschen mit Demenz. Was erleben Sie beim Erzählen – und auch bei den Workshops?
Ich erlebe durchweg Begeisterung und die Bereitschaft mit mir in die Welt der Märchen, Sagen, Mythen und Legenden einzutauchen.
Erzählen ist immer lebendig, immer auch ein Dialog zwischen mir, den Kindern, den Erwachsenen und auch den Menschen mit Demenz.
Da ist freies Erzählen besonders wichtig. Gefühle in Sprache, Mimik und Gestik umzusetzen, um sie in ihrer Welt zu erreichen. Ich erlebe immer ein Aufhorchen und ein Aufleben während (weiterlesen …)

21. November 2011
Portrait Dorothea Reiter, Lebens- und Sterbebegleiterin “Steine im Weg als wertvoll betrachten”

Ich habe Dorothea Reiter “zufällig” im Urlaub in der Nähe von Bad Tölz kennengelernt. Die Freundin, bei der ich wohnte, spielte mir ihre Hefte zu. Sie hatte – in Auseinandersetzung mit ihrem Glauben eigene Texte zu biblischen und theologischen Texten und Themen geschrieben. “Ja-Worte”, nennt sie das. Mich beeindruckten die einfachen und lebens-reichen Texte. Und bin überzeugt, dass andere dies genaus tun können. Ihren Glauben, ihre Hoffnungen in Worte zu fassen und daraus Kraft zu schöpfen. Dorothea Reiter begleitet Menschen im Leben und im Sterben mit eindrucksvoller Intuition. Sie ermutigt, der inneren Stimme zu glauben und zu folgen.
Sie hat auch ihre Erfahrungen als Sterbebegleiterin aufgeschrieben, um andere zu ermutigen, das Sterben auch mit seinen Geschenken zu sehen.
www.dorothea-reiter.de
“Jedem ein Licht anzünden”
Ich bin Dorothea Reiter 49 Jahre alt, römisch katholisch,  verheiratet und wir haben zwei wunderbare Kinder. Ich wohne in Großhartpenning und bin meinen Schwiegervater dankbar für unsere wunderbare Wohnlage. Diese Freiheit, der Sonnenaufgang, Mondaufgang, die vielen Tiere und so vieles mehr.

Dein Lebensmotto
Jedem ein Licht anzünden und ist es noch so klein.

Dein Lebensgefühl/ vielleicht gibt es ein Bild dafür?                                                  
Wie ein Baum zu sein, verwurzelt mit der Erde, standhaft egal was kommt, wachsen in meine tiefe, in die Breite und Fülle meines  Lebens und in die Höhe der Gefühle und Emotionen.  

 
 

 

In der zweiten Lebenshälfte geschieht viel in der ganzen Spanne zwischen Abschied und Neubeginn. Was bedeutet Älterwerden für Dich? Verändert sich etwas? Wie gehst du damit um?                                                                              
Wenn wir es genau betrachten, wächst jeder Mensch langsam in die verschiedenen Lebensabschnitte hinein. In die verschiedenen Lebenserfahrungen bin ich oft hineingeworfen worden.
Vieles von meiner Kind- und Jugendzeit habe ich getragen und ertragen müssen und zwar so lange, bis mir eine Freundin sagte: Du sollst Dich für alles was Du erleben durftest bedanken, alles was dir in den Weg gelegt wurde, war wichtig für Dich. Zuerst glaubte ich das nicht, doch ich faste den Mut und begann alles mit anderen Augen zu betrachten. Hätte ich eine bestimmte Situation nicht erlebt wäre ich nie (weiterlesen …)

7. September 2011
Menschen im Portrait: Brigitte Bee, 58 Jahre – „Für mich ist das kreative Schreiben eine Leidenschaft“

Brigitte Bee lernte ich über ihre Mutter kennen, die seit vielen Jahren ins ebz kommt und sozusagen zur Familie gehört. Ich habe sie öfter zu unseren Freizeiten zum kreativen Schreiben eingeladen. Es beeindruckt mich, wie sie in Ruhe und Selbstverständlichkeit  gerade alte Menschen, von denen ich nie gedacht hätte, dass sie ein Schreibwerkzeug in die Hand nehmen, dazu anregt ins Schreiben zu kommen. Es entstanden witzige und anrührende kleine Texte. Was für ein Geschenk für die Schreibenden und für die Gruppe, denn plötzlich wurden ganz andere Gespräche untereinander möglich.

Im Oktober leitet sie bei uns einen Tag, in dem es um das eigene Lebensbuch geht.

Kurzvorstellung
1953 in Langenselbold geboren, als Tochter von Maria und Fritz Elsässer. Der Name Bee ist als  Kürzel  entstanden, in der Zeit, als ich journalistisch gearbeitet habe und ist so zu meinem Künstlernamen geworden.
Ich lebe und arbeite in Frankfurt und zeitweise auch in Bad Orb als freischaffende Schriftstellerin und Kursleiterin für kreatives, meditatives und autobiografisches Schreiben.  Meine Ausbildung zur Diplompädagogin und zur Lehrerin, mit den Fächern Deutsch, Musik und ev. Religion habe ich an der J.W. Goethe-Universität absolviert.
Seit über 30 Jahren schreibe ich Gedichte und veröffentliche Lyrikbände, oder Gedichte und Kurzprosa  in Anthologien und Literaturzeitschriften. Das Dichten ist für mich eine Art Kommunikation mit der Welt und mit der Sprache selbst, Dabei entstehen Worterfindungen, skurrile Sondersprachen, Lautmalerei und Sprachwitz. Oft gibt es eine emotionale Dramaturgie, manchmal aber auch ein Dichten in strengen Formen, wie z.B. Haikus oder Sonette. Thematisch befasse ich mich mit existentiellen Themen, aber immer wieder auch mit der Natur.  Bei Lesungen meiner Gedichte  gibt es oft eine Zusammenarbeit  mit Musikern (Oboe, Didgeridoo, Querflöte, Sopransolo).  Besondere Freude bereitet mir, dass einige Gedichte von Komponisten vertont worden sind, denn Lyrik ist ja vom Ursprung her Gesang. Die spartenübergreifende Arbeit in künstlerischen Projekten ist für mich eine wichtige schöpferische Energie.
Für die Teilnehmer/innen meiner Schreibkurse  organisiere ich 1-2 x jährlich öffentliche Lesungen, die Teilnahme an Internet-Anthologien oder auch mal an Radio-Sendungen und gebe seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit den Kursteilnehmer/innen die Zeitschrift „Projekt Schreibwerkstatt“ heraus.
(weitere Informationen siehe unten:  Biographisches) 

Ihr Lebensmotto
„…und die Welt hebt an zu singen, triffst Du nur das Zauberwort“ nach Joseph von Eichendorff 

Ihr Lebensgefühl/ vielleicht gibt es ein Bild dafür?
Gehen im Sommerwiesental unter einem weiten blauen Himmel und plötzlich beginnen Wörter  sich in meinen Gedanken zu einem Gedicht  zu formen.
Die Freude, (weiterlesen …)

30. August 2011
Menschen im Portrait: Märchen-Glück – Reinhilde (51 J.) und Ulrich Freund (75 J.)

Reinhilde Freund, 51 Jahre, ist Erzieherin und Märchenerzählerin. Sie ist in zweiter Ehe verheiratet mit Ulrich Freund, 75 Jahre, Dipl.Soz.Päd.und Psychotherapeut, Referent der Europäischen Märchengesellschaft. Beide erzählen auf faszinierende Art Märchen, ganz unterschiedlich, und so, dass man Lust bekommt mehr zu hören und selbst zu erzählen. In unserer letztjährigen Weihnachtswerkstatt gelang es ihnen Alt und Jung für Märchen zu begeistern und wir alle hhörten andächtig zu als Großvater, Mutter und Enkel-Kind Märchen erzählten. Sie verfühen über ein tiefes lebensnahes Wissen über Märchen und geben dieses Wissen mit großer HIngabe weiter.  Am 14. September können Sie sie bei unserem Tagesseminar “Märchen verstehen” erleben, und das “Märchen erzählen” lernen Sie am  5. Oktober.

Kontakt: reinhilde.freund@online.de

Kontakt Ulrich Freund: jederzeit,am besten über Fax:06052/82846

Ihr Lebensmotto
Reinhilde Freund
Es gibt keinen Weg zum Glück.Glücklichsein ist der Weg.(Buddha)

Ulrich Freund
Meine Lebenszeit hat Grenzen.

Ihr Lebensgefühl/ vielleicht gibt es ein Bild dafür?
U.F.: Der Sensenmann
R.F: Die Sterntaler

In der zweiten Lebenshälfte geschieht viel in der ganzen Spanne zwischen Abschied und Neubeginn. Was bedeutet Älterwerden für Sie? Verändert sich etwas? Wie gehen Sie damit um?
Reinhilde Freund
Mich jeden Tag darin zu üben Vergangenes loszulassen,das Unvermeidbare anzunehmen und dabei nicht zu hadern, sondern milde zu sein. Gerade auch mit mir selbst..

Ulrich Freund
Wenn Sie anfangen,eine unfreundliche alte Hexe zu werden, wird das Leben schwierig.“

Haben Sie ein Vorbild für Ihr Älterwerden? (weiterlesen …)

8. April 2011
Menschen im Ruhestand: Erika Neubauer, 68 Jahre, “Neugier aufs Leben”

Erika Neubauer, 68 Jahre,  ist Mitglied unseres Fachbeirats im ebz. Sie steckt voller Energie und setzt sie in Projekten sowohl im Großen (BAGSO) wie im Kleinen (ihrer heimatlichen Kirchengemeinde) ein. Sie ermutigt mich in meiner Arbeit mit ihrem Enthusiasmus und Wissen rund um Arbeit mit Älteren und die generationenübergreifende Arbeit.

(Ehemaliger) Beruf: Diplom-Sozialwirt, in der Familienphase (3 Kinder) freiberufliche Leitung / Durchführung von Forschungsprojekten im Auftrag des BMFSFJ zu den Themenbereichen „Frau“ und „Familie“, ab 1991 – 2007 Geschäftsführerin der BAGSO, eines Dachverbandes von Senioren-Organisationen.

Ihr Lebensmotto: Wird schon klappen!

Wann/ woran haben Sie gemerkt, dass Sie älter werden?
Als Kurzsichtige kann ich in der Nähe die Buchstaben / das Nadelöhr immer schlechter erkennen, die Haare werden grau.

Was bedeutet Älterwerden für Sie?
Ein Lebensabschnitt, der zum menschlichen Dasein gehört, wenn man das Glück hat, älter zu werden.

Haben Sie ein Vorbild für Ihr Älterwerden? Inwiefern ist diese Person/sind diese Personen Vorbilder für Sie?
Ein Vorbild dafür ist meine Mutter, die trotz mehrjährigen Krebsleidens weiter leben wollte, und zwar aus Neugier, wie es in den Familien der Kinder und überhaupt weiter geht.
Weitere Vorbilder sind Frau Verhülsdonk sowie Frau Prof. Lehr, die dem Altern aktiv begegnen und sich durch ihre „Wehwehchen“ nicht davon abhalten lassen.

Sie sind im Ruhestand. Wie gestalten sie ihn? Was ist anders als vorher? Was blieb gleich?
Anders als früher (weiterlesen …)

31. März 2011
Menschen im Ruhestand: Wolf Lange, 70 Jahre

Wolf Lange, 70 Jahre, war Lehrer und Schulleiter – er hat immer in Südhessen gelebt und gearbeitet ist verheiratet, hat zwei Kinder, ein Enkelkind. Er war gemeinsam mit seiner Frau Teilnehmer in unserem Basiskurs Seelsorge. Von ihm habe ich den Begriff “Freiwillige Ich-AG” gelernt. Mich inspiriert, wie er aus seinen im Berufsleben erworbenen Fähigkeiten, seinen jetzigen Interessen und seiner Neugier, mehr über das Altwerden und Sterben zu lernen, zu seinem ganz eigenen Engagement in einem Altenheim gefunden hat.

Am 3.4. unserem Tag der offenen Tür,  (Programmflyer ebz Tag der offenen Tür am 3.4.)berichtet er um 13:30 Uhr über sein Projekt zur Lese- und Schreibförderung im Altenheim MELETE.

Ihr Lebensmotto
Ich habe keine Zielvorstellung für mein Leben, die ich in einem knapp formulierten Satz aufschreiben möchte. Ich komme mir manchmal vor wie eine Amöbe, ein Einzeller also, dessen Plasma-Gestalt dem Kern manchmal voraus ist, manchmal hinterher läuft. Aber ein eigentliches Lebensmotto ist das auch nicht, nur ein Bild über das Zusammenwirken.  

Wann/ woran haben Sie gemerkt, dass Sie älter werden?
Mit  67 Jahren wollte ich auf einmal nicht mehr jeden Tag mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Mir ging ihre Unruhe, ihre Lautstärke und ihre Sprechweise auf die Nerven.

Was bedeutet Älterwerden für Sie?
Ich setze mich häufig mit meiner Endlichkeit auseinander. Früher dachte ich (heimlich bei mir!): (weiterlesen …)

29. März 2011
Karin Jablonski, 51 Jahre: “Wachsen und reifen geht nur mit Veränderungen.”

Karin Jablonski zu treffen ist immer wieder ein Vergnügen. Und sie inspiriert mich mit ihren Ideen. Sie organisiert generationenübergreifende Ausstellungen, z.B. zum Thema “Würde”.  Aktuell arbeitet sie an einem interdisziplinären Projekt namens “endlich” mit: eine kreative Beschäftigung mit der eigenen Endlichkeit. (Mehr zu beidem am Ende dieser Seite.) Sie leitet unseren Kurs “Gruppen leiten” und wenn sie ins ”Südhessische mit odenwälder und Rodgauer Einschlag” verfällt, dann ist man mitten im Leben angekommen.

Sie organisiert mit ihren Ehrenamtlichen die Tombola für unseren Tag der offenen Tür am kommenden Sonntag, 3.4..

Verheiratet, ein Sohn, Dipl. Religionspädagogin und Gemeindepädagogin im Evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald Arbeit mit Menschen in der zweiten Lebenshälfte
Schwerpunkte: Qualifizierung von ehrenamtl. Mitarbeitenden, intergenerative Projekte, Veranstaltungen und Projekte in  Gemeinden und Gruppen
Leitlinie: „Altern heißt wachsen und reifen“ 

Dein Lebensmotto
„Das“ Lebensmotto gibt es so für mich nicht. Es gibt ein paar Sätze, die mir im Laufe meines Lebens wichtig geworden sind, und die mich begleiten.

- „Liebe Gott und tue was Du willst“ (wird Augustinus zugeschrieben) oder auch 1. Kor.14,14
- Lebe so, dass man/frau Dich fragt. (Die erste Hälfte dieses Satzes von Paul Claudel, lasse ich weg ;-)
- Lebe und genieße das Leben jetzt, und verschiebe das Leben nicht auf später
- „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“ (Ps 91)

Dein Lebensgefühl/ vielleicht gibt es ein Bild dafür?
Im Augenblick – das mag daran liegen, dass ich gerade mit der Planung unseres Umzuges beschäftigt bin – würde ich wohl das Bild eines Hauses wählen. Das Fundament ist stabil! Der Aufstieg zu mancher Wohnung ist nicht immer (weiterlesen …)

17. Februar 2011
Die Entdeckung des mir Eigenen – Interview mit Silvia Häfele, 51 Jahre

Ich kenne Silvia Häfele aus gemeinsamen Kursen in Playing Arts. Sie schreibt wundervolle Gedichte und der Keller als Ort der Inspiration hat es ihr angetan. Im Nachklang dieses Interviews schrieb sie mir: “ich fühle mich reich”. Ich danke ihr für ihre tiefen, ehrlichen Gedanken zum Älterwerden, Partnerschaft, Spiritualität, Kreativität und dem Sterben.

Silvia Häfele, 51 Jahre, seit 30 Jahren verheiratet und Mutter von drei Kindern 25/27/30.
Medizinisch technische Radiologie-Assistentin, halbtags berufstätig bei einem Orthopäden, Ausbildung Playing Arts Laboratorium und Langzeitprogramm in Gelnhausen, Ausbildung Healing Touch Praktikerin und nebenberufliche Tätigkeit. Hobbys hab ich auch: Singen in zwei Chören (Kirchenchor und Opernchor), lange Jahre Tanz, auch heute noch.

Ehrenamtlich seit ca. 8 Jahren in der Hospizgruppe Balingen tätig. In diesem Rahmen sind auch zwei Filme herausgegeben worden, die durch Playing Arts ausgelöst wurden („Der Tod macht stille Leute“, „Vom Gehen und Bleiben – Trauergespräche“)

Dein Lebensmotto ?
Vor einigen Jahren habe ich mir vorgenommen, im Alter eine weise Frau zu werden, (weiterlesen …)

21. September 2010
Kätchen ist eingezogen

Seit einer Woche wohnt sie bei uns. Thront sie bei uns. Kätchen Wünsche. Bei uns im Erdgeschoss. Sie ist die Nachbarin der Künstlerin Eva Anna König. In Wintermantel und Mütze, so wie sie die alte Dame einmal im Winter im Hausflur traf, hat sie ihre Hausgenossin gemalt. Im Atelier treffen sie sich zum nachbarschaftlichen Gespräch. Kätchen, inzwischen 96 Jahre alt, lebt noch – mit Hilfe –  im eigenen Haushalt. Sie ist inzwischen schwächer geworden. Auf diesem Gemälde jedoch steht sie aufrecht, würdevoll, stolz. Mit starkem Strich gesetzt, wirkt die Krücke wie der Bischofsstab eines Würdenträgers. Und in der Tat, Frau Wünsche nennt ihre Gehhilfe ihren „Mercedes“. Die Handschuhe erzählen von Zeiten, die wir bald nur noch aus Büchern kennen – damals als frau noch Handschuhe trug. Und Hut natürlich.  Hier heben beide “Insignien” die Würde einer alten Frau hervor. Nun lächelt sie bei uns im ebz. Meine Mitarbeiterinnen sind ganz begeistert von der neuen “Mitbewohnerin”. Eine Präsenz die Mut macht und vergnügt.

Die Künstlerin Eva Anna König, Jg. 1937, lebt in Gelnhausen. Ich danke ihr sehr für diese Leihgabe.

9. September 2010
Menschen im Ruhestand: Hubert Hein

Hubert Hein, 73, ist Referent unseres Bildungsurlaubs „Vorbereitung auf den Ruhestand“. Was er vermittelt, lebt er. Er achtet darauf, dass seine eigenen Interessen, die Begegnung mit Menschen und die Auseinandersetzung mit den Inhalten, die in seiner jetzigen Lebensphase dran sind in einer guten Balance sind. Daraus  hat er ein System entwickelt „Ich-Du-Sach-Bereiche“, darüber ein Buch geschrieben und informative Vorträge entwickelt.

Er ist seit über vierzig Jahren mit seiner Frau Christa verheiratet und Vater von drei Kindern. Seine berufliche Laufbahn begann mit einer Ausbildung zum Chemietechniker und fand ihren Abschluss als Inhaber und Leiter eines staatlich zugelassenen Umweltlabors. Daneben hat er 25 Jahre lang als Spezialist für Umweltanalytik und Umweltrecht für ein großes Unternehmen gearbeitet und Fachseminare organisiert.
Er ist Autor verschiedener Fachbücher und Fachartikel. Mit dem Bestseller „Fit für die zweite Lebenshälfte“ (Verlag Hartmut Becker) ist ihm der Übergang in das Buchsegment Ratgeber gelungen.
Seit seinem „Unruhestand“ ist er Mitglied im SeniorenComputerClub Alzenau, widmet einen großen Teil seiner Zeit dem Schreiben und hält Vorträge über den Themenbereich „Zweite Lebenshälfte“.

Haben Sie ein Lebensmotto?
Der Kluge weiß es, der Könner kann es, aber nur der Fleissige tut es!
Es ist alles nur für eine kurze Zeit geliehen.

Wann/ woran haben Sie gemerkt, dass Sie älter werden?
Mit dem Ausstieg aus dem Berufsleben (weiterlesen …)