Blog für die zweite Lebenshälfte

Blog für die zweite Lebenshälfte

Posts Tagged ‘Totensonntag’

20. November 2011
“Das Zeitliche segnen” – Was wir über das Sterben sagen

Es sind fast 50 Wörter, die ich als Synonym für “sterben” gefunden habe.

Heute, am Ewigkeitssonntag – oder Totensonntag – erinnern wir uns an unsere Verstorbenen. Und an unsere eigene Endlichkeit. In dem Film “Patch Adams” über den Erfinder der Clownsdoktoren gibt es eine Szene, die mich nachhaltig beeindruckt hat. Adams (Robin Williams), verkleidet als Engel mit riesigen Flügeln und dickem Buch schreitet in das Zimmer eines Patienten, der an Krebs erkrankt ist. Keiner traut sich mehr dort hinein. Der Todkranke schmeißt vor lauter Wut über seinen Zustand alle hinaus. Da kommt er, der Todesengel und liest Synonyme für “sterben” vor. Der Patient beginnt zu grinsen und ergänzt die Liste. Das Eis ist gebrochen. Nun kann er über all das sprechen, was ihn bewegt.

Hier ist die Liste der Wörter, die ich gefunden habe. (Fehlt noch was?) Auch das Sterben ist vielfältig.

ableben, abgehen, abscheiden, abkratzen, die Augen für immer schließen, aus der Welt scheiden, abnippeln, sich davonmachen, (weiterlesen …)

12. November 2010
Die letzte Strophe singen – Gedanken zwischen Tod und Leben

Diejenigen unter Ihnen, die Lieder für Gottesdienste und Andachten heraussuchen müssen, werden das vielleicht kennen: irgendwie macht man meistens einen Bogen um die letzten Strophen. Die meisten Lieder im Gesangbuch blicken am Ende auf das Ende – und das was danach kommt. Die „letzte Reise“, die „Todesnot“, „Kreuz und Elende“ werden genauso besungen wie „ewigliche Freiheit“, der „himmlische Garten“ und die „Freude die Fülle“.

Und das geht durch die Jahreszeiten und Kirchenjahreszeiten hindurch. Ich weiß nicht, ob in früheren Zeiten immer alle Strophen gesungen wurden.  Wenn ja, dann bedeutet das, dass die Menschen immer auch die Übung aus Psalm 90 (V12) in ihren Glaubensalltag aufgenommen haben: „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“

Im November trauen wir uns vorübergehend an unsere Sterblichkeit, als gäbe es dafür eine Jahreszeit. Das Leben singt überall, an erwarteten und unerwarteten Stellen seine letzte Strophe.

Im Älterwerden nähern wir uns dieser Letzten Strophe unseres Lebens. Das ist so. Und es macht auch Angst. Ich habe vor einiger Zeit sozusagen im Selbstversuch (ich finde, ich sollte auch selbst das tun, was ich anderen empfehle) meine Patienten- und Betreuungsverfügungen (weiterlesen …)